Die Schwertschmiedekunst hat in Japan eine mehr als tausendjährige Tradition, und sie genießt weltweit einen überragenden Ruf. Als nach dem 2. Weltkrieg sieben Jahre lang die Schwertfertigung völlig verboten war, bestand große Gefahr, dass die überlieferten uralten Techniken völlig verloren gingen. Heutzutage hat eine neue Generation von Schmieden die Tradition fortgesetzt, und mittlerweile feiert diese Handwerkskunst eine glänzende Wiederauferstehung. Kenner behaupten, dass die heute geschmiedeten Klingen ihren Vorläuferinnen aus den vergangenen Jahrhunderten in nichts nachstehen. Dieses Buch führt den Leser in die Werkstätten von vier Handwerkern, die in Japan eine führende Rolle spielen. Jeder dieser Handwerker hat bei der Fertigung des Schwertes sein genau abgegrenztes Arbeitsgebiet. Ysoshindo Yoshihara, der Schwertschmied, beginnt mit dem Rohstahl, der aus einem traditionell mit Holzkohle befeuerten Schmelzofen stammt und verfeinert ihn dann durch Falten und Schmieden. So entsteht allmählich das Schwert mit seiner gehärteten Schneide. Dann bekommt Okisator Fujishiro das Schwert zum Polieren und schärfen. Er benutzt dazu feine Steine, durch die er die Farbe und die Struktur des Stahles hervorhebt. Der Silberschmied Hiroshi Miyajima fertigt aus Kupfer und Gold eine kleine Klingenzwinge, die zwischen Klinge und Scheide angebracht wird. Schließlich stellt Kazuyuki Takayama aus einem einzigen Stück Magnolienholz den Griff und die Scheide für das Schwert her. Auf Schwarzweißfotos wird jedes Stadium der Herstellung genau gezeigt, während die wichtigen Angaben über Geschichte, Metallurige und neuzeitliche Begutachtung in einer ausführlichen Einleitung erläutert werden. Die heutzutage in Japan gefertigten Schwerter dienen selbstverständlich nicht mehr als Waffe. Aber sie könnten aufgrund ihrer Formgebung und der Qualität ihres Stahles ohne weiteres in ihrer historischen Rolle als todbringende Blankwaffe verwendet werden. Ein Schwert muss rasiermesserscharf, leicht, gut ausgewogen und widerstandfähig sein, es darf aber nicht spröde sein, weil es sonst bricht. In der perfekten Verbindung aller dieser Qualitäten liegen die Schönheit der japanischen Schwerter und damit die Herausforderung an das mit seiner Herstellung befasste Handwerk begründet. In diesem Buch wird beschrieben, auf welche brillante Weise die heutigen japanischen Handwerker sich dieser Herausforderung stellen. Das Handwerk hat mittlerweile zwei Aufgaben, nämlich die Erhaltung des traditionellen Schwertes und die Schaffung einer dauerhaften Kunst für die Neuzeit. Es gibt zwar bereits viele gute Bücher über die Begutachtung von Schwertern, die sich aber alle mit alten Klingen oder mit Problemen der Begutachtung befassen. Japanische Schwertschmiedekunst ist das erste Buch auf Deutsch, das sich ausschließlich mit der neuzeitlichen Schwertherstellung befasst. Es ist deswegen sowohl für Blankwaffenschmiede als auch für Sammler und waffentechnisch Interessierte von enormen Wert.
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